Nr. 7686, Dorosch
19. Jh., 275 x 156 cm

Internetpreis EUR 29500.-
Zertifikat Beschreibung
In Ostpersien, insbesondere im Meschedgebiet gab es Knüpfereien, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sehr feine Teppiche herstellten. Auch Dorfgemeinschaften wie in Dorosch, oder auch Familien wie Amoghli usw., waren in Persien wohlbekannt und man bestellte Teppiche von ganz besonderen Formaten, Mustern und Qualitäten bei ihnen. Meist war das Farbkolorit ähnlich. Besonders die roten Farbtöne ähnelten sich sehr, es war ein besonderes Bordeauxrot mit einem gewissen Blauanteil. Man nennt es heute noch das Meschedrot. Dieser hier gezeigte Teppich wurde in einer Dorfgemeinschaft wahrscheinlich für den Golestanpalast in Teheran geknüpft. Dort waren bis zur Revolution in den 70er Jahren in einem Raum drei dieser in Knüpfung und Musterung gleichen Teppiche. Die Musteranlage besteht aus Streifen mit Bothes. Es sind elf dieser Streifen in Längsrichtung angeordnet. In der mittleren Längsachse findet man einen Hauptstreifen, der spiegelbildlich nach links und rechts von immer gleichen Streifen begleitet wird. Es entsteht ein gespiegeltes gleiches Flächenmuster. Der Unterschied der einzelnen Streifen liegt nicht in der Grundfarbe, sondern in der Darstellung der einzelnen Botehformen. Die Bordüre, die sich um das Innenfeld legt, ist auch in der Streifenform gewählt, jedoch mit anderen Mustern. In der Hauptbordüre findet sich ein doppeltes Rankensystem mit zwischenliegenden Palmettblüten. Als Begleitborten sind drei Streifen mit feinen Blüten jeweils im gespiegelten Bild nach innen und außen gelegt. Hierdurch integriert sich die Bordüre in das geschlossene Flächenfeld des Innenfeldes.
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