Nr. 8425, Erzerum Gebetsteppich

um 1800, 177 x 172 cm

Nr. 8425, Erzerum Gebetsteppich

Internetpreis EUR 5500.-

Zertifikat Beschreibung

In quadratischer Form und mit stark wirkender Bordürenornamentik wurde der kleine und außergewöhnliche Gebetskelim in der Osttürkei gewebt. Auf ihm kommen die osmanischen Blüten, Nelken und Hyazinthen gut zur Geltung. Alle Musterornamente des Teppichs sind in aufstrebender Richtung angeordnet und entsprechend geformt. Die gelbgrundige bis ockerfarbige Hauptbordüre, die bei diesem Gebetskelim eine wirkungsvolle und bedeutungsvolle Musterung in der Gesamtwirkung ergibt, besteht aus aufstrebenden Lebensbäumen in der Längsbordüre und in den Querbordüren aus kleineren Blütenstauden. An ihren Stielen sitzen schöne, geometrisierte rot-blaue Nelkenblüten. Diesem eindrucksvollen Hauptbordürenmuster gegenüber steht eine kleine Gebetsnische, die an die Zeit der Seldschuken erinnert. Die Gebetsnische ist dem Alter des Stückes entsprechend sehr frei auf dem roten Grund bemustert. Auch hier finden sich aufstrebende Ornamente, die als Blütenstauden zu sehen sind. Die Stauden sind blau- und gelbgrundig, jeweils gegen einander abgesetzt. Sie tragen im oberen Bereich eine aufgehende Blüte. Über der Blüte steht ein kleiner weißer Blütenkelch, über den sich noch einmal eine kleine blaugrundige Blüte erhebt. Die Gebetsnische wird nach oben treppenförmig abgesetzt. Die Zwickel oberhalb des Giebels sind mit stark stilisierten Blütenformen gemustert, die wahrscheinlich als Erimurusblüten dargestellt wurden. Das Rechteckfeld, gebildet von Gebetsfeld und Zwickeln, ist von einer weißgrundigen Umrahmungsbordüre umgeben. Diese Umrahmungsbordüre enthält kleine Kreuzformen in rot und blau. Die weißgrundige Kreuzborte wird als innere Umrahmung und außerdem als äußerer Abschluss des Kelims verwendet. Die innere Kreuzborte wird von einer roten Wellenranke umlagert. Aus ihr entspringen kleine Blüten (Hyazinthen). Sie sind musterdeckend in den gelben Fond des Dachmotivs eingebettet. Diese rotgrundige Wellenform findet sich auch wieder in der dunkelblauen äußeren Umrahmungsbordüre. Die Zeichnung und die Arbeit des Stückes zeigen, dass es sich hierbei um einen Schlitzkelim handelt, der in freier Gestaltungsweise in den Gebirgszügen des osttürkischen Raumes entstanden sein muss.
Anfrage zu diesem Teppich